The incidence and prevalence of urolithiasis are increasing in industrialized countries. In particular, an increase has been observed among young adults and women. The gender gap is closing, and gender equality (1:1) with regard to urolithiasis has already been documented for the USA. Studies have demonstrated that women have higher urine pH values than men, which promotes calcium phosphate crystallization. The tendency for men to develop calcium oxalate and uric acid stones is caused by the comparatively lower urine pH values. Malnutrition combined with a lack of exercise and the occurrence of metabolic syndrome with its underlying diseases (insulin resistance, type 2 diabetes mellitus, obesity, dyslipidaemia) are discussed as the causes of the increase in upper tract stone disease in industrialized countries. Non-alcoholic fatty liver disease (NAFLD), as the most common liver disease, is considered one of the complications of metabolic syndrome, with a prevalence of approximately 23% in Germany. Animal experiments and clinical studies have demonstrated a connection between NAFLD and increased oxalate excretion in urine. Based on the literature, NAFLD represents a possible cross-gender risk factor for kidney stone formation and is therefore considered to be a generally modifiable risk factor for recurrent urolithiasis. Simple recommendations concerning NAFLD should complement the general and metabolic workup in everyday clinical practice.
In den Industrienationen nimmt die Inzidenz und Prävalenz der Harnsteinerkrankung zu. Ein Anstieg wird vor allem bei jungen Erwachsenen und Frauen beobachtet. Die Verteilung zwischen den Geschlechtern (historisch 3:1) gleicht sich immer mehr an. Für die USA wurde bereits ein Geschlechtergleichstand (1:1) dokumentiert. Frauen weisen in Studien im Vergleich zu Männern höhere Urin-pH-Werte auf, die eine Kalziumphosphatkristallisation begünstigen. Die bevorzugte Kalziumoxalat- und Harnsäuresteinbildung bei Männern wird durch die im Vergleich niedrigeren Urin-pH-Werte hervorgerufen. Die Fehlernährung in Kombination mit Bewegungsmangel und dem vermehrten Auftreten des metabolischen Syndroms mit den zugrunde liegenden Erkrankungen (Insulinresistenz, Diabetes mellitus Typ 2, Adipositas, Dyslipidämie) wird als Ursache der Zunahme der Harnsteinerkrankung in den Industrieländern diskutiert. Zu den Folgeerkrankungen des metabolischen Syndroms wird die nicht-alkoholische Leberverfettung (NAFLD) als häufigste Lebererkrankung mit einer Prävalenz von ca. 23% in Deutschland gezählt. Tierexperimentelle und klinische Untersuchungen konnten einen Zusammenhang zwischen der NAFLD und einer erhöhten Oxalsäureausscheidung im Urin nachweisen. In Kenntnis der Literatur stellt die NAFLD einen möglichen, geschlechterübergreifenden Risikofaktor der Harnsteinbildung dar und gerät somit in das Blickfeld der allgemein modifizierbaren Risikofaktoren der rezidivierenden Harnsteinerkrankung. Einfache, die NAFLD betreffende Empfehlungen sollten die allgemeine Steinmetaphylaxe im klinischen Alltag erweitern.
Aktuelle Urologie. 2025 Mar 12 [Epub ahead of print]
Roman Herout, Sven Oehlschläger
Klinik und Poliklinik für Urologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, TU Dresden, Dresden, Germany.